Herzlich Willkommen

... auf der Seite des Vereins für Krisenintervention und Notfallseelsorge Dresden e.V.

Hier erfahren Sie alle Neuigkeiten über unseren Verein, zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, sich über unsere Arbeit zu informieren. Außerdem finden Sie Informationen rund um das Thema psychosoziale Notfallversorgung.

Wenn Sie Interesse an unserer Arbeit haben oder uns unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktanfrage.

Reportage “Angst vor dem Terror”

Am heutigen Tag strahlt die ARD eine 45min Reportage zur Thematik “Angst vor dem Terror” aus. In der Reportage wird auch die Perspektive der Betroffenen durch Terrorismus dargelegt. Hierzu wurden unter anderem eine Betroffenen aus Dresden sowie unser Vorsitzender Interviewt welche diese Betreute.

Wir danken dem Tea, von Beckround TV für die hervorragende Zusammenarbeit und freuen uns das wir nach all den negativen Erlebnissen zuletzt auch positive Erfahrung mit der Presse machen konnten.

Die komplette Reportage ist hier abrufbar: https://daserste.ndr.de/beckmann/videos/Beckmann-Angst-vor-dem-Terror-Wie-gefaehrdet-ist-Deutschland,beckmann1020.html

Der Wunsch einer Mutter

Vor etwa 1 Jahr betreute unser Verein ein Familie dessen 13 jähriger Sohn bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Heute hat sich die Mutter per E Mail an uns gewand, mit der Bitte an einer Unterschriftensammlung teilzunehmen.

Sie schrieb dazu:

„Im Moment klammere ich mich an einen kleinen Strohhalm. Seine letzte größere Aktion war eine Unterschriftenaktion gegen den Einsatz von Bienengiften. Er hat damals mit seinem besten Freund Unterschriften im Alaunpark gesammelt. Nun sollen Neonikotinoide (Bienengift) wieder zugelassen werden und es gibt bei campact eine Unterschriftenaktion dagegen.”

Dieser Bitte kommen wir natürlich nach und mit deren Einverständnis veröffentlichen wir dies im Internet. Fleißiges Teilen erwünscht:

https://www.campact.de/Bienenkiller

Notfallpädagogisches Fachsymposium

Am 14.03.2016 wurde durch den Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. das Notfallpädagogische Fachsymposium in Aue veranstaltet. Über 400 Teilnehmer versammelten sich am Montagmorgen im Kulturhaus Aue, um sich einen Tag lang damit zu befassen, wie Kinder in der Auseinandersetzung mit Notfallsituationen unterstützt werden können. Im Fokus stand dabei die Vorbereitung von Kindern auf Erfahrungen mit Sterben und Tod sowie deren Begleitung im Erleben von Notfällen und die anschließende Bewältigung.

Willkommen-Aue

Da auch wir als Verein für Krisenintervention und Notfallseelsorge mit Einsätzen konfrontiert sind, in denen wir Kinder u.a. während und nach Notfallereignissen oder bei der Überbringung von Todesnachrichten begleiten, versprach das Notfallpädagogische Fachsymposium auch für uns viele spannende und lehrreiche Inhalte. So machten sich insgesamt 6 unserer Mitglieder auf den Weg nach Aue.

Mit Prof. Dr. Harald Karutz, Diplom-Pädagoge und Leiter des Notfallpädagogischen Instituts in Essen sowie mit Peter Zehentner, Dipl.-Sozialpädagoge und Leiter des KIT München, hatten die Johanniter gleich zwei Größen auf diesem Fachgebiet angeheuert, welche sich abwechselnd mit verschiedenen Vorträgen die Ehre gaben.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Karutz mit einem Vortrag zum kindlichen Erleben von Notfallsituationen. Wie ein Kind mit einem Notfall umgehe, hänge mehr vom subjektiven Erleben des Kindes und den Begleitumständen (z.B. ist das Kind alleine oder betreut) ab, weniger dagegen von der objektiven Schwere des Notfalls. Für Kinder seien viele Erfahrungen neu und daher intensiver, sie würden keine vergleichbaren Vorerfahrungen haben, auf welche sie zurückgreifen könnten. Daher sei es laut Prof. Dr. Karutz wichtig, Kinder zu begleiten und über das, was gerade passiert, zu informieren, sie ernst zu nehmen und Fragen ehrlich zu beantworten. Neben weiteren möglichen Interventionen wies er auch auf die Unterstützung der Eltern hin.

Notfallpädagogik

Anschließend berichtete Peter Zehentner über das Überbringen von Todesnachrichten an Kinder. Besonders in Erinnerung dürfte den Teilnehmern hierbei das vorgestellte Praxisbeispiel sein. Wie reagiert ein Kind auf die Nachricht, dass ein Elternteil verstorben ist? Peter Zehentner ließ die Anwesenden teilhaben und hören und erklärte so Stück für Stück, worauf zu achten sei. Dazu zähle vor allem eine gute Vorbereitung im Vorfeld, auch habe ein Kind das Recht, über die Umstände des Todes informiert zu werden und eigene Fragen zu stellen. Zehentner nutze in seinen Vorträgen vor allem Bilder und Vergleiche, um seine Botschaften zu transportieren. So dürfe man beispielsweise bei der Übermittlung von Todesnachrichten an Kinder keinen „Sprechdurchfall“ erleiden, vielmehr solle man pro Frage eine Antwort geben und auf weitere -ungefragte- Ausführungen verzichten, da diese das Kind möglicherweise überfordern könnten.

Zum Umgang mit Kindern bei Einsätzen des Rettungsdienstes sprach erneut Prof. Dr. Karutz, der selbst über 15 Jahre im Rettungsdienst aktiv war, mit einer Mischung aus eigenen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. In seiner Umfrage mit unfallbeteiligten Kindern fand er heraus, dass sich die Mehrheit der Kinder neugierig zeigt und eher dazu neigt, bei einem Unfall zu- statt wegzuschauen. Etwa 66% äußerten sich verärgert über untätige Erwachsene am Unfallort und 75% empfanden das Eintreffen des Rettungsdienstes als entlastend. Sind Kinder selbst Patienten, so solle man die Eltern nach Möglichkeit in die medizinischen Maßnahmen einbeziehen. Dies gelte auch im Falle einer Reanimation, wobei Eltern idealerweise regelmäßig über den Zustand ihres Kindes informiert und in der Ausführung einfacher Aufgaben (z.B. Infusion oder Hand des Kindes halten) bestärkt werden sollten. Den Eltern beispielsweise ebenso klar und deutlich mitzuteilen: „Im Augenblick schlägt das Herz Ihres Kindes nicht.“, sei wichtig für deren Realitätsprüfung, so Prof. Dr. Karutz.

Anschließend meldete sich wieder Peter Zehentner mit seinem Vortrag zum Umgang mit Kindern nach Notfällen bzw. Todesfällen in Kitas und Schulen zu Wort und stellte den Teilnehmern am Beispiel des Todes einer Schülerin vor, wie ein mögliches Vorgehen aussehen könnte. Man solle sich die Eltern zu „informierten Verbündeten“ machen, anstatt diese auszuschließen und zu „freien Radikalen“ zu erziehen, erklärte Zehentner. Ebenso einprägsam die Worte: „Was man selbst nicht hat, kann man auch nicht geben.“. Nur wer selbst Struktur, Orientierung und Sicherheit habe, könne dies auch gegenüber Betroffenen in der Begleitung vermitteln.

Schule

In ihren letzten beiden Vorträgen sprachen sich beide Experten für eine möglichst frühzeitige und offene Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Tod aus. So könne ein verstorbenes Haustier Anlass sein, bewusst mit einem Kind über den Tod zu sprechen, Rituale kennenzulernen und somit erste Erfahrungen im Umgang mit der Thematik zu sammeln.

Marco Koblitz, Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr Erfurt, berichtete abschließend über den Schulbusunfall auf der BAB 4 bei Erfurt. Mit einem durchaus kritischen Blick auf die Ereignisse zeichnete Koblitz den Verlauf ab dem Unfallgeschehen nach und zeigte den Bedarf für die psychosoziale Unterstützung der Betroffenen einmal mehr auf.

Musikalische Unterstützung erfuhr das Symposium durch den Diplom-Religionspädagogen und Musiker Jonathan Leistner, welcher die Abfolge der einzelnen Vorträge wiederholt aufbrach und die zeitweilig emotionale Stimmung der Teilnehmer mit Eigenkompositionen auflockerte.

Alle Vorträge der Referenten sollen ab dem 01.04.2016 auf der Internetseite des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. zur Verfügung gestellt werden: www.johanniter.de/erzgebirge.

Ein großer Dank für die Organisation dieses spannenden und wichtigen Fachsymposiums gilt dem Johanniter-Kreisvorstand Erik Schreier, Dirk Roscher, Dipl.-Med. Sven Spenke sowie allen Vortragenden und beteiligten Helfern.

Aue-Verabschiedung

10. Regionaltreffen des Fachverbands nkm e.V.

Am 12.03.2016 jährte sich das Regionaltreffen sächsischer Kriseninterventions- und Notfallseelsorgeteams zum 10. Mal. Auch in diesem Jahr lud der Fachverband für Notfallseelsorge und Krisenintervention in Mitteldeutschland e.V. zu interessanten Vorträgen und Workshops nach Dresden ein. Rund 60 Teilnehmer folgten dieser Einladung, darunter 15 Mitglieder unseres Vereins.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Dr. Ralph Kipke referierte Prof. Bernd Gasch zum Thema „Betreuung von Gaffern, Zeugen und Ersthelfern“. Dabei sprach er u.a. darüber, was uns als Menschen motiviert, Unfallereignissen zuzuschauen und welche Probleme sich durch Zuschauer bei Notfällen ergeben können. Insbesondere legte er Wert auf die genaue Unterscheidung zwischen Augenzeugen und Zuschauern. Neben zahlreichen Hinweisen zum Umgang mit beiden Personengruppen hinterfragte Prof. Gasch kritisch, wie mit Kindern umzugehen sei, welche ein Unfallgeschehen miterleben würden. Dabei stellte er seinen Zuhörern und sich selbst die Frage: „Mit welchem Bild geht das Kind abends ins Bett? Mit dem Bild des blutenden Verletzen oder des vom Rettungsdienst versorgten Patienten?“, und regte damit zum weiteren Nachdenken zur Thematik an.

Vortrag_Gasch_Regionaltreffen

In den anschließenden Workshops gab es Gelegenheit, den Umgang mit Zuschauern und Ersthelfern weiter zu vertiefen oder sich dem Thema der Einsatznachsorge zu widmen.

Am Nachmittag sprach Polizeioberrat Stefan Dörner über die „Zusammenarbeit mit der Polizei bei Großschadens- und Amoklagen“. Zunächst ging er hierbei auf das Dezentrale Beratungsteam der Polizei ein, welches u.a. zur Aufgabe habe, Belastungen von Polizeibediensteten sowie deren Angehörigen (z.B. nach einer schweren Verletzung im Dienst) zu reduzieren und Mechanismen der Stressbewältigung zu fördern. Das Dezentrale Beratungsteam konzentriere sich vor allem auf die Unterstützung und Beratung interner Kräfte, wodurch es sich von den regionalen Notfallseesorge- und Kriseninterventionsteams abgrenze. Berührungspunkte sah POR Dörner in der sogenannten Taktischen Kommunikation, welche dazu diene, die Kooperationsbereitschaft Betroffener zu erhalten, um das weitere polizeiliche Vorgehen zu unterstützen. Zur Veranschaulichung der Zusammenarbeit berichtete POR Dörner von verschiedenen Einsätzen aus der Vergangenheit, so zum Beispiel über das Busunglück vom 19.07.2014.

Regionaltreffen_Doerner

Die Vorträge beider Referenten werden auf der Internetseite des Fachverbands zur Verfügung gestellt: http://fachverband-nkm.de/vortraege-zum-saechsischen-regionaltreffen/

Wir danken allen Referenten sowie Organisatoren und beteiligten Helfern für dieses interessante und anspruchsvolle Regionaltreffen.

Spendenkonto

Krisenintervention und Notfallseelsorge Dresden e.V.

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Bank: Ostsächsiche Sparkasse

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