Reaktionen

Reaktionen

Plötzlich auftretende Belastende Ereignisse überfordern uns Menschen als solches. Die Psyche ist in der Regel auf einen Plötzlichen Todesfall nicht vorbereitet, daraus Resultieren unzählige Reaktionen, die zum einen für Angehörige, Freunde und auch Einsatzkräfte „unnormal“ erscheinen aber auch selbst den Betroffenen „Fremd“ vorkommen.

In Folge stellen wir Ihnen „typische“ Erstreaktionen von Betroffenen vor, weisen aber darauf hin das jeder Betroffene unterschiedlich und ganz individuell Reagiert:

1. Betäubt sein

Eine häufige Reaktion auf den Tod einer nahe stehenden Person ist ein Gefühl der Taubheit. In diesem Fall ist der betroffenen Person ihr eigenes Stresserleben nicht zugänglich. Es handelt sich dabei um einen Schutzmechanismus. Man sollte diese Reaktion nicht fälschlicherweise als Ausdruck einer negativen Beziehung zum Verstorbenen deuten. Auch die Betroffenen selbst bewerten das Gefühl oft negativ. Leider wird häufig diese Reaktion seitens der Einsatzkräfte fehlgedeutet, da die Betroffenen Personen nach außen eher „gefasst“ wirken.

„Ich kann gar nicht weinen“

2. Nicht Wahrhaben können

Ein Schutzmechanismus, der von Anfang an wirksam ist, ist das Nicht – Wahrhaben – Können des Todes. Zeitweise leugnen auch die Betroffenen Personen den Tod oder können es nicht glauben. Die Anfängliche Unfähigkeit, den Tod zu begreifen, kann unter anderem auch die Funktion, die Bindung zum Verstorbenen aufrechterhalten. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für die Verabschiedung. Anderseits Reagieren Angehörige aus diesem Grund sehr negativ auf alles, was mit dem Verstorbenen getan wird oder getan werden muss. Häufig sprechen auch die Betroffenen noch in der Ist Form.

„Wir gehen immer Zusammen einkaufen, das werden wir dann auch tun“

„Kann jemand meinen Mann zudecken, ihn wird doch kalt“

„Lassen sie mich Bitte in Ruhe“

„Ich brauche niemanden der mir alles erklärt oder Zeit für mich hat“

3. Verzweiflung / Überwältigt sein

Neben den ersten zwei Phasen beinhaltet eine Akute Belastungsreaktion das Verzweifelt und Überwältigt sein, die Person ist der Verzweifelt nahe da es keinen Ausweg aus der aktuellen Situation gibt. Das immer wieder hin und her springen zwischen den ersten 3 Phasen wird in der Psychosozialen Notfallversorgung als Positiv wahrgenommen. Problematisch ist das hängenbleiben in einer der Phasen.

,,Ich schaffe das nicht, ich kann einfach nicht mehr.“

„Wie soll ein Mensch das aushalten?“ 

4. Idealisierung des Verstorbenen

Eine häufige Reaktion der Betroffenen ist die Idealisierung des Verstorbenen. Dies spiegelt sich wieder, indem die Betroffenen nur von den positiven Seiten des Verstorbenen sprechen. Nach dem Tod versucht der Betroffene die negativen Emotionen zu verleugnen. Dies kann langfristig die Trauerverarbeitung stören da der Verlust dadurch emotional Dramatisiert wird. Diese Tendenz muss anfänglich durch die Psychosoziale Fachkraft auf jeden Fall akzeptiert werden.

„Mein Mann war so ein guter, er hat immer alles für uns getan.“

5. Wut und Aggressionen

Oft stehen gegenüber den Anwesenden Personen oder sogar gegenüber dem Verstorbenen Wut und Aggressionen gegenüber oder im Vordergrund.

Aggressionen stellen einen ersten Ausdruck der Verzweiflung dar. Besonders Kinder können oft ihre Emotionen nicht anders zum Ausdruck bringen.

Sollten Wut und Aggressionen gegenüber den Verstorbenen im Vordergrund stehen ist es sinnvoll die negativen Anteile der Beziehung zu besprechen. Die Psychosoziale Fachkraft sollte dies nie direkt ansprechen, viel mehr sollte signalisiert werden, dass auch diese Dinge jederzeit Besprochen werden können.

„Ich verstehe das alles nicht warum er das getan hat.“

6. Schuldgefühle

Nach dem Plötzlichen Verlust einer nahestehenden Person liegt es in der Natur des Menschen sich zu fragen ob man den Tod hätte verhindern können. Gerade bei der Thematik Suizid spielt das Thema Schuld eine elementare Rolle. Dies wird begünstigt wenn der Tod zu einem Zeitpunkt eingetreten ist, wo Beispielsweise Streit oder Diskussionen hervorgegangen sind.

Außerdem erleben die Betroffenen oft Wut auf das Schicksal, welches ausgerechnet ihnen diesen Verlust zumutet. Wut und Schuldgefühle sind normale Reaktionen am Anfang der Trauerverarbeitung.

Der Umgang mit Schuldgefühlen ist relativ schwierig da wir oft dazu neigen Schuldgefühle auszureden. Viel mehr sollte aber der Betroffene bei seinen Schuldgefühlen unterstützt werden, dass heißt nicht das diese Bestätigt werden, sondern sollte signalisiert werden das man diese Gefühle nachvollziehen kann. Ziel ist es das der betroffene selbst merkt in wie weit diese Schuldgefühle wahr sind oder nicht.

„Hätte ich nur eher nach ihn geschaut, dann hätte ich ihn noch Retten können.“

„Warum gerade ich?“

 

 

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